Fridericianum
Hier im Fridericianum, dem hellen Gebäude mit der Säulenvorhalle (“Portikus”), haben die Brüder Grimm bis 1829 gearbeitet. Damals war in dem Museum auch die landgräflich-kurfürstliche Bibliothek beherbergt.
Jacob Grimm fing 1808 kurz nach seinem Studium in Marburg an für Jérôme Bonaparte, den jüngsten Bruder Napléons, als Privatbibliothekar zu arbeiten. Da war er gerade 23 Jahre alt. Wilhelm Grimm nahm seine Arbeit als Sekretär in der Bibliothek sechs Jahre später, 1814, auf.
Von 1769 bis 1779 wurde das Fridericianum mit seiner klassizistischen Fassade unter dem hessischen Landgrafen Friedrich II erbaut. Ihn siehst du als Marmorstatue mittig auf dem Platz stehen. Das Fridericianum war das erste Museum auf dem europäischen Festland, das auch von Bürgerinnen und Bürgern gegen ein Eintrittsgeld besucht werden durfte – das war im 18. Jahrhundert eine Neuheit. Dort konnte die Kunstsammlung der Landgrafen mit Gemälden, antiken Skulpturen u.v.m. angesehen werden.
Überquere an der Fußgängerampel die Straße und laufe Richtung Staatstheater. Wenn du am Staatstheater vorbei gelaufen bist, halte dich rechts, vorbei an den Treppenstufen zur Karlsaue. Laufe auf die kleine Treppe am Ende der Mauer zu.
Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude, aber vor allem die Buchbestände der Bibliothek stark zerstört. Die Bücher und Handschriften, die gerettet werden konnten, befinden sich heute in der Murhardschen Bibliothek. An dieser kommst du zu einem späteren Zeitpunkt vorbei.
Das Fridericianum ist noch immer ein Museum, heute für zeitgenössische Kunst. Und seit der Gründung der documenta 1955 ist es auch der Hauptausstellungsort dieser Kunstschau.
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