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AudiotourDie Künstler-Nekropole Kassel

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  1. Audio-Tour Zusammenfassung
  2. Audio-Tour Zusammenfassung

     

    Autor: Dr. Harald Kimpel
    Sprecherin: Susanne Vogt
    Fotos: Prof. h.c. Gert Hausmann

     

    Ab 1980 trieb den Kasseler Kunsthochschulprofessor Harry Kramer die Idee eines Künstlerfriedhofs um. Künstlerinnen und Künstler von documenta-Rang sollten zu Lebzeiten an selbstgewählter Stelle ihr Grabmal errichten können und sich verpflichten, dort ihre Asche in einer Urne bestatten zu lassen.
    Das geeignete Gelände für diese Künstler-Nekropole fand sich hier am Blauen See im Habichtswald: circa 6.000 Quadratmeter idyllische Landschaft, geprägt von früherer Bergbautätigkeit.
    1993 konnte das erste Monument errichtet werden. Zuvor galt es, Probleme des Bestattungswesens, des Naturschutzes und der Forstwirtschaft zu überwinden. Erst durch das allgemein gewachsene Interesse an neuen Bestattungsformen konnte die Nekropole Wirklichkeit werden. Umstritten bleibt jedoch Harry Kramers Ort der künstlerischen Selbstinszenierung wegen der gesellschaftlichen Sonderrolle, die hier von Künstlern in Anspruch genommen wird.
    Die Nekropolen-Künstler setzen sich aktiv mit ihrer Sterblichkeit auseinander – und gestalten sie mit individuellen künstlerischen Mitteln. Diese Verarbeitung des eigenen Todes in Form eines Grabmonuments ist zugleich eine Auseinandersetzung mit dem Leben und dessen Position in der Welt. Mit der Möglichkeit, das Erinnern kreativ zu beeinflussen, sucht der Künstlerfriedhof eine Alternative zum bürokratisch reglementierten Bestattungswesen. Dabei geht es auch um eine Neudefinition von Kunst im öffentlichen Raum. Und darüber hinaus wird die in Konventionen erstarrte Gattung der Grabplastik durch neue Impulse wieder in die Kunst zurückgeführt.
    Insgesamt sollen 40 Plätze vergeben werden. Eine von der Stadt Kassel getragene Stiftung stellt die Finanzierung der Projekte sicher. Über die einzuladenden Künstler entscheidet der Stiftungsrat.

    Bislang wurden neun Grabzeichen realisiert. Vom Parkplatz „Bergfreiheit“ ausgehend erschließt sie ein Rundweg. Am Beginn informieren Hinweistafeln über den Verlauf des ca. anderthalb km langen Kunstparcours und über die Standorte.
    Dass die Künstler-Nekropole erreicht ist, signalisiert Fritz Schweglers Monument, das links des Weges oberhalb des Sees thront.
    Von dort ist auf dem Plateau gegenüber Gunter Demnigs Säule auszumachen.
    Beim Weitergehen entfaltet sich auf einer Lichtung Werner Ruhnaus Anlage.
    Wo der Weg sich zu einer Ausbuchtung zum Steilufer erweitert, findet sich – häufig unter Laub verborgen – Timm Ulrichs‘ unauffälliges Bodendenkmal.
    Daran anschließend schafft auf einem Platz unter Bäumen Heinrich Brummacks Vogeltränke eine anheimelnde Atmosphäre.
    Etwas entfernt davon am Waldrand beobachtet Karl Oskar Blases waches Auge die Szenerie.
    Weiterhin ist in einiger Höhe an einem Baumstamm Blalla W. Hallmanns Gedenktafel für Harry Kramer zu entdecken.
    Etwas abseits des Sees hat am Rand einer offenen Wiese Rune Mields ihre flache Steinsetzung angelegt.
    Und die Lichtung selbst wird dominiert von Ugo Dossis vertikalen Stahlplatten.

     

    Eingebettet in die Waldlandschaft, drängen sich die Objekte der Künstler-Nekropole den Besuchern nicht auf: Suchen und Finden gehören zum Konzept. Die Entrücktheit seiner Monumente macht diesen Friedhof zu einem Ort, an dem der Künstler – zeitlebens getrieben vom eigenen Ehrgeiz und im Konflikt mit seiner sozialen Rolle – endlich Frieden mit sich und der Gesellschaft finden mag.

  3. 1 Die Künstler-Nekropole
  4. 2 Fritz Schwegler
  5. 3 Gunter Demnig
  6. 4 Werner Ruhnau
  7. 5 Heinrich Brummack
  8. 6 Timm Ulrichs
  9. 7 Karl Oskar Blase
  10. 8 Blalla W. Hallmann
  11. 9 Rune Mields
  12. 10 Ugo Dossi
  1. Audio-Tour Zusammenfassung

     

    Autor: Dr. Harald Kimpel
    Sprecherin: Susanne Vogt
    Fotos: Prof. h.c. Gert Hausmann

     

    Ab 1980 trieb den Kasseler Kunsthochschulprofessor Harry Kramer die Idee eines Künstlerfriedhofs um. Künstlerinnen und Künstler von documenta-Rang sollten zu Lebzeiten an selbstgewählter Stelle ihr Grabmal errichten können und sich verpflichten, dort ihre Asche in einer Urne bestatten zu lassen.
    Das geeignete Gelände für diese Künstler-Nekropole fand sich hier am Blauen See im Habichtswald: circa 6.000 Quadratmeter idyllische Landschaft, geprägt von früherer Bergbautätigkeit.
    1993 konnte das erste Monument errichtet werden. Zuvor galt es, Probleme des Bestattungswesens, des Naturschutzes und der Forstwirtschaft zu überwinden. Erst durch das allgemein gewachsene Interesse an neuen Bestattungsformen konnte die Nekropole Wirklichkeit werden. Umstritten bleibt jedoch Harry Kramers Ort der künstlerischen Selbstinszenierung wegen der gesellschaftlichen Sonderrolle, die hier von Künstlern in Anspruch genommen wird.
    Die Nekropolen-Künstler setzen sich aktiv mit ihrer Sterblichkeit auseinander – und gestalten sie mit individuellen künstlerischen Mitteln. Diese Verarbeitung des eigenen Todes in Form eines Grabmonuments ist zugleich eine Auseinandersetzung mit dem Leben und dessen Position in der Welt. Mit der Möglichkeit, das Erinnern kreativ zu beeinflussen, sucht der Künstlerfriedhof eine Alternative zum bürokratisch reglementierten Bestattungswesen. Dabei geht es auch um eine Neudefinition von Kunst im öffentlichen Raum. Und darüber hinaus wird die in Konventionen erstarrte Gattung der Grabplastik durch neue Impulse wieder in die Kunst zurückgeführt.
    Insgesamt sollen 40 Plätze vergeben werden. Eine von der Stadt Kassel getragene Stiftung stellt die Finanzierung der Projekte sicher. Über die einzuladenden Künstler entscheidet der Stiftungsrat.

    Bislang wurden neun Grabzeichen realisiert. Vom Parkplatz „Bergfreiheit“ ausgehend erschließt sie ein Rundweg. Am Beginn informieren Hinweistafeln über den Verlauf des ca. anderthalb km langen Kunstparcours und über die Standorte.
    Dass die Künstler-Nekropole erreicht ist, signalisiert Fritz Schweglers Monument, das links des Weges oberhalb des Sees thront.
    Von dort ist auf dem Plateau gegenüber Gunter Demnigs Säule auszumachen.
    Beim Weitergehen entfaltet sich auf einer Lichtung Werner Ruhnaus Anlage.
    Wo der Weg sich zu einer Ausbuchtung zum Steilufer erweitert, findet sich – häufig unter Laub verborgen – Timm Ulrichs‘ unauffälliges Bodendenkmal.
    Daran anschließend schafft auf einem Platz unter Bäumen Heinrich Brummacks Vogeltränke eine anheimelnde Atmosphäre.
    Etwas entfernt davon am Waldrand beobachtet Karl Oskar Blases waches Auge die Szenerie.
    Weiterhin ist in einiger Höhe an einem Baumstamm Blalla W. Hallmanns Gedenktafel für Harry Kramer zu entdecken.
    Etwas abseits des Sees hat am Rand einer offenen Wiese Rune Mields ihre flache Steinsetzung angelegt.
    Und die Lichtung selbst wird dominiert von Ugo Dossis vertikalen Stahlplatten.

     

    Eingebettet in die Waldlandschaft, drängen sich die Objekte der Künstler-Nekropole den Besuchern nicht auf: Suchen und Finden gehören zum Konzept. Die Entrücktheit seiner Monumente macht diesen Friedhof zu einem Ort, an dem der Künstler – zeitlebens getrieben vom eigenen Ehrgeiz und im Konflikt mit seiner sozialen Rolle – endlich Frieden mit sich und der Gesellschaft finden mag.

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